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Bündnis90/Die Grünen informieren im Austausch mit der NordWestBahn zum System Eisenbahn

04.03.2019
Bündnis90/Die Grünen bei der NordWestBahn
Bündnis90/Die Grünen bei der NordWestBahn.

15 Vertreter der Partei in Osnabrück zu Gast

Wie kann die Politik helfen, um den Schienenpersonennahverkehr (SPNV) verlässlicher zu machen? Diese Frage stellten 15 Vertreter der Partei Bündnis90/Die Grünen aus Niedersachsen dem Vorsitzenden der Geschäftsführung der NordWestBahn, Dr. Rolf Erfurt. Neben Problemen mit der Infrastruktur und Herausforderungen bei der Personalgewinnung standen die Ausschreibungsbedingungen für Verkehrsverträge im Fokus der Diskussion.

Aus vielen Teilen Niedersachsens reisten die Vertreterinnen und Vertreter der Bündnis 90/Die Grünen nach Osnabrück. Beim Treffen mit dem Vorsitzenden der Geschäftsführung der NordWestBahn, Dr. Rolf Erfurt, zeigten die politischen Vertreter auf, dass die momentane Situation im Schienenpersonennahverkehr langfristig für die Ausweitung des Angebots im Nahverkehr hinderlich ist.

„Wir wollen den Verkehr von der Straße auf die Schiene bringen, um die Städte zu entlasten und die Klimaschutzziele zu erreichen. Dafür brauchen wir Verlässlichkeit im Schienenpersonennahverkehr, insbesondere für die Berufspendler“, sagte Detlev Schulz-Hendel, Sprecher der Grünen für Wirtschaft und Verkehr im Niedersächsischen Landtag.

Politik und NordWestBahn haben dasselbe Ziel

Dass die Vertreter aus der Politik und die NordWestBahn das selbe Ziel vor Augen haben, machte Dr. Erfurt deutlich: „Der SPNV ist eine boomende Branche. Wir wollen für die Fahrgäste und natürlich auch für die NordWestBahn, dass der Verkehr reibungslos funktioniert und gesund wachsen kann.“ Jede Verspätung und jeder Ausfall sind nicht nur finanziell eine Belastung für die NordWestBahn, sie färben auch auf die Attraktivität des Systems Eisenbahn ab.

Wie Stabilität bei gleichzeitigem Wachstum funktionieren kann, war das bestimmende Thema der Diskussion in der Unternehmenszentrale der NordWestBahn. Die Grünen wollten wissen, was sich Dr. Erfurt für die Zukunft wünschen würde. Er fand klare Antworten. „Zunächst brauchen wir eine verlässliche Infrastruktur. Mehr als 80 Prozent aller Verspätungen sind durch Mängel in der von der DB Netz betriebenen Infrastruktur verursacht oder entstehen durch betriebliche Abläufe bei DB Netz. Hierauf hat die NordWestBahn keinen Einfluss. Neben Investitionen in die Infrastruktur kann die Lösung für dieses Problem nur sein, das Schienennetz als hoheitliche Aufgabe wahrzunehmen.“ Ein Busunternehmen betreibt schließlich auch keine Autobahn, genauso gehören Schiene und Bahnhöfe von der Deutschen Bahn losgelöst. Weiter thematisierte Dr. Erfurt die von den Eisenbahnverkehrsunternehmen zu leistenden Strafzahlungen für Verspätungen, die durch die Infrastruktur entstehen. „Wir haben keinen Einfluss auf die Qualität der Infrastruktur, werden aber dennoch zur Kasse gebeten.“ Einig waren sich die Teilnehmer, dass bei Ausschreibungen von Verkehrsverträgen die Qualität des Angebotes mehr Gewicht bekommen soll, sodass nicht nur der beste Preis für einen Zuschlag entscheidend ist.

Auch der allgegenwärtige Personalmangel in der Bahnbranche wurde intensiv diskutiert. „Natürlich ist es in erster Linie Aufgabe der Unternehmen, für ausreichend Personal zu sorgen“, stellte Schulz-Hendel klar. Dr. Rolf Erfurt informierte über Maßnahmen, die die NordWestBahn aktuell ergreift. So laufen mehrere Ausbildungskurse für Triebfahrzeugführer und Servicepersonal. Das Unternehmen investiert mehr als 1,6 Millionen Euro im Jahr in die Aus- und Fortbildung. Aktivitäten der einzelnen Unternehmen können allerdings durch übergreifende Maßnahmen der Politik ergänzt werden, wie z. B. eine Branchenkampagne, um insgesamt die Berufe in der Eisenbahnbranche bekannter und attraktiver zu machen. „Insbesondere für Quereinsteiger bieten sich gute Chancen bei interessanten Verdienstmöglichkeiten in einer wachsenden und krisenfesten Branche“, so Dr. Rolf Erfurt.

Mit vielen Anregungen im Gepäck, wie die Politik die Situation für den SPNV verbessern kann, zeigten sich die Vertreterinnen und Vertreter der Grünen zufrieden mit der Diskussion. „Natürlich hat die NordWestBahn auch viele eigene Baustellen, die sie direkt beeinflussen kann. Hier fordern wir selbstverständlich Verbesserungen ein“, sagte Anna Kebschull, Landratskandidatin für den Landkreis Osnabrück. „Ein wesentliches Ziel des Treffens war für uns aber auch zu erfahren, was wir in der Politik verändern können“, so Kebschull. Dem kann Detlev Schulz-Hendel nur zustimmen: „Wir wollen den sachgerechten Dialog mit den Eisenbahnunternehmen in Niedersachsen auch künftig fortsetzen, um den Schienenpersonennahverkehr attraktiv und zukunftsorientiert zu gestalten.“

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