21.07.2016 12:10

Die Gruppe war unterwegs zwischen Holzminden und Paderborn

Nordwestbahn und Bundespolizei schulen Rollstuhlfahrer im Nahverkehr

Fahrscheinautomaten, Zivilcourage und Barrierefreiheit: Gemeinsam mit der Bundespolizei waren Vorstandsmitglieder vom Kreisverband Holzminden des Sozialverband Deutschland e.V. (SoVD) sowie betroffene Menschen mit eingeschränkter Mobilität am Mittwoch, 13. Juli mit der Bahn zwischen Holzminden und Paderborn unterwegs. Die NordWestBahn hatte sie zu einer Mobilitätsschulung eingeladen. Dabei informierten sie sich neben dem sicheren Verhalten im und am Zug, Vorsorge vor Taschendiebstahl und der Bedienung des Fahrkartenautomaten auch zum Thema Barrierefreiheit.

Zwölf Teilnehmer vom SoVD, darunter drei Rollstuhlfahrer, machten sich mit den Vertretern von Bundespolizei und NordWestBahn auf den Weg von Holzminden nach Paderborn und zurück. Auf der Bahnfahrt nach Paderborn gab die Bundespolizei Tipps zum richtigen Verhalten im Zug. Dass man sich bei Belästigung laut bemerkbar machen muss, wie man mögliche Täter richtig beschreibt und das Gepäck sicher verstaut, zeigte Albert Holtkamp von der Bundespolizei in Paderborn. Außerdem erfuhren die Teilnehmer viel Wissenwertes über die Notruf-Sprechstellen und den sicheren Ein- und Ausstieg im Zug – auch für Menschen mit Behinderung.

Nach einer kurzer Pause in Paderborn ging es auf den Rückweg nach Holzminden, hier  stellten sich die Teilnehmer den weiteren Eisenbahn-Themen: Wie löse ich am Fahrkartenautomaten das richtige Ticket? Wie lese ich einen Fahrplan? Wo melde ich mich, wenn ich Hilfe brauche? „Bahn fahren ist in den letzten Jahren immer einfacher und bequemer geworden, die Fahrzeuge bieten komfortable Einstiege, Fahrpläne sind vertaktet und leicht merkbar“, erklärt Maik Seete, Sprecher der NordWestBahn.

Drei Teilnehmer der Schulung sind auf einen Rollstuhl angewiesen und weitere auf Gehhilfen und Rollatoren. Gerade sie müssen im öffentlichen Nahverkehr oft mit Besonderheiten kämpfen. Daher war das Thema Barrierefreiheit dann besonders wichtig. „Um den Fahrgästen eine komfortable Reise bieten zu können, freuen wir uns über eine vorherige Anmeldung“, so Maik Seete. So kann ein Servicemitarbeiter der NordWestBahn bereits bereitstehen, um den Reisenden, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind, beim Einstieg zu helfen.

Hermann Schlieker vom SoVD freut sich über die gute Zusammenarbeit mit der NordWestBahn. „Das Thema Bahnfahren ist gerade für Menschen mit Behinderung ganz wichtig, oft sind sie auf Busse und Bahnen angewiesen. Wir können hier gemeinsam den Teilnehmern die Unsicherheit vor dem öffentlichen Nahverkehr nehmen und alle Fragen verständlich beantworten.“ Und er fügt hinzu: „Oft gibt es Stolpersteine, von denen die gesunden Menschen gar nichts erahnen können. Die Öffentlichkeit hier zu sensibilisieren, das war eines unserer Ziele“. Dies sei, so Schlieker, mit dieser Fahrt auch gelungen.